Nein… weil es logisch ist!

Versuchen Sie doch einfach mal Folgendes: In einem ruhigen Moment an einem öffentlichen Ort – schauen Sie sich einfach mal um. Legen Sie Ihr Telefon und die neuesten Newsfeeds zur Seite und beobachten Sie die Menschen um sich herum, was machen die?

Überraschung – die meisten schauen auf ihr Telefon. Sie surfen im Internet, spielen Spiele, texten, stehen über soziale Medien im Austausch mit ihren Freunden und ihren Lieblingsmarken.

Vielleicht hören auch ein paar Radio – die Betonung liegt auf vielleicht.

Wie konservativ ist
Ihre Station?

Vielleicht sind Sie ein traditioneller öffentlich-rechtlicher Sender, der noch immer an der ‚radio only‘-Devise festhält. Für Sie ist Radio das allerwichtigste, das wichtigste und nochmal das wichtigste und nichts anderes könnte wichtiger sein, denn dafür werden Sie schließlich bezahlt.

Oder vielleicht sind Sie auch auf alle Züge aufgesprungen, einfach weil sie neu sind und man das jetzt so muss. Snapchat? Haben wir! Und dann muss man das auch noch irgendwie vereinbaren mit Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und YouTube. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf diese Art sogar schlechter performen als die ‚radio only‘-Kollegen ist ziemlich hoch, außer Sie haben einen unerschöpflichen Quell an Personal.

Oder Sie stehen irgendwo dazwischen, wie die meisten Firmen. Indem Sie einfach das nachmachen, was bei Ihren Mitbewerbern schon irgendwie mal funktioniert hat.

Drei Wege, die eigentlich alle nicht das Gelbe vom Ei sind. Denn es gibt eigentlich nur einen wirklichen Grund, weshalb Sie in anderen Medien als Radio unterwegs sein sollten: Ihre Hörer warten dort auf Sie!

Machen Sie bitte nicht einfach in Social Media, weil es alle anderen tun oder weil Sie mal gehört haben, dass man das jetzt so macht. Machen Sie es, weil Sie Ihren Hörern auf den jeweiligen Plattformen einen echten Mehrwert bieten können!

Was für Möglichkeiten haben
Sie in den sozialen Medien?

Sie können Ihre jetzigen und auch Ihre potentiellen Hörer dort abholen, wo sie sich sowieso schon aufhalten. Ihre Inhalte könnten sich nahtlos einfügen in die Kinder- und Katzenbilder Ihrer Hörer, in die Nachrichten, die sie mit Freunden austauschen oder in Zusammenhang mit anderen Marken auftauchen, mit denen Ihre Hörer interagieren.

So können Sie aus zwei Richtungen eine direkte Beziehung mit Ihrem Hörer aufbauen. Oder anders gesagt, Sie können Markenbewusstsein aufbauen, kommunizieren, interessante Inhalte verbreiten und gleichzeitig einfach ‚ein guter Freund sein‘.

Was man allerdings nicht versuchen sollte ist, über der Plattform zu stehen, auf der man sich gerade bewegt. Facebook zum Beispiel kann seine Algorithmen einfach über Nacht ändern, also setzen Sie nicht alles auf eine Karte.

Inhalte, die funktionieren

Was wir alle versuchen müssen, ist der Spagat zwischen ‚plattformtypisch’ und ‚hörerrelevant’.

Die Frage der Relevanz sollten Sie eigentlich problemlos meistern, wenn Sie Ihren Job gut machen.

Typisch bedeutet, dass sich Ihre Inhalte wie selbstverständlich an die jeweilige Plattform anpassen müssen. Sie sollten auf keinen Fall als unnatürlich auffallen.

Wenn Ihre Inhalte nicht so aufgebaut sind wie die Inhalte, die Ihre Hörer sonst auf der jeweiligen Plattform konsumieren, werden Sie scheitern. Das ist ein wichtiger Grundsatz für jede Social Media-Aktion.

Und egal ob Sie ein öffentlich-rechtlicher oder privater Sender sind, vergessen Sie nicht Ihr ‚Warum’: Warum machen Sie das? Um zu unterhalten und zu informieren!

Denken Sie außerhalb der festgefahrenen Grenzen, denn nur weil es im Radio heute so oder so gemacht wird heißt nicht, dass es in Zukunft auch noch so sein wird.

Soziale Medien als Chance
für Ihr Marketing

Kommen wir nun zur meistunterschätzten Anwendung von Social Media für Radiosender. Wir haben uns auf den Begriff ‚Media‘ und die damit verknüpften Inhalte festgefahren. Social Media war einfach ein weiteres Medium, das wir füttern mussten.

Das hat einige Zeit ganz gut funktioniert, es wurden Inhalte online gestellt und die Reichweite war zufriedenstellend. Dann wollte Facebook am Erfolg teilhaben, die Reichweite Ihrer Inhalte wurde immer geringer, denn Facebook wollte auch daran verdienen.

Doch auch heutzutage hat man noch zahlreiche Möglichkeiten, seine jetzigen und potentiellen Hörer zu erreichen, wenn man sich entscheidet, Geld in die Hand zu nehmen. Nicht wenige Stationen verweigern sich dieser Chance, obwohl sie sie unbedingt ergreifen sollten.

Facebook ist nicht mehr der ‚kostenlose Verbreitungskanal‘, der er früher war. Die Vorteile von gesponserten Posts und Anzeigen sind vielfältig. Und hier kommen wir weg vom alleinigen Versorgen mit Inhalten hin zu Marketing & Promotion.

Einige Ideen:

  • Sie haben heute Morgen einen bekannten Schauspieler als Studiogast? Warum zeichnen Sie nicht einfach einen kurzen Teaser mit Ihrem Morning Show Moderator auf und richten die Werbung direkt an die Fans des Schauspielers?
  • Sie planen irgendwo einen Event? Dann werben Sie doch mit Posts, Videos und Bildern direkt bei Leuten, die aus der entsprechenden Umgebung kommen.
  • Oder noch einen Schritt weiter: Informieren Sie alle Leute aus der Umgebung während des laufenden Events.
  • Oder schalten Sie einfach regelmäßige Anzeigen, die Werbung für Ihr Lineup, Ihre Shows oder Ihre Musik machen.

Das lässt sich alles mit relativ niedrigen Kosten verwirklichen.

Wie geht es weiter?

Sie können all diese Ratschläge auf eigene Gefahr hin ignorieren, denn es ist bequem, die sozialen Medien als vorübergehendes Phänomen zu belächeln. Aber wenn man sich das Soziale als den aktuellen Stand des Internets bewusst macht, ist es schon ein bisschen schwerer, einfach so darüber hinwegzusehen.

Die Idee sollte sein, als Marke überall für Ihre Hörer präsent zu sein und ihnen die Inhalte zu geben, die sie brauchen und das an den Orten, an denen sie sie wollen.

Vielleicht müssen wir uns nicht sofort ändern, wahrscheinlich wollen wir uns gar nicht ändern, aber die Umstände werden sich schneller ändern, als wir denken. Und dann müssen wir mitziehen, wenn es dann noch nicht zu spät ist.

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