Alexa-Devices liegen
hoch im Kurs

Alexa-Devices waren der Renner im letzten Quartal des vergangenen Jahres. Viele nutzen es als Spielzeug, um die „digitale Welt“ auszuprobieren, andere sind in den Smart Home Bereich eingestiegen und viele nutzen es als einfache und „unkomplizierte“ Musikabspielstation.

Musikabspielstation? Da gehört ja Radio mit dazu. Und Amazon macht es den Nutzern relativ einfach, einen Sender auszuwählen. Durch die Verbindung mit TuneIn können die meisten Sender in Deutschland (viele auch weltweit) einfach „per Ansage“ eingeschaltet werden („Alexa, spiele Radio XYZ“). Es gibt aber auch die Möglichkeit auf radio.de oder den Radioplayer zurückzugreifen, wenn man die entsprechende Skill über die Alexa-App hinzugefügt hat. Jetzt wird es aber schon umständlicher, denn der Aktivierungssatz wird immer länger und man muss schon ganz genau wissen, was man über welchen Skill hören möchte („Alexa, starte Radioplayer/radio.de und spiele Radio 123“). Die dritte Variante ist eine eigene Skill des Radiosenders, den man gerne hören möchte. Hier gilt es erst einmal zu schauen, ob so ein Skill überhaupt vorhanden ist und dann, wenn er installiert ist, sich zu merken, wie man den Sender aktiviert („Alexa, starte/öffne Radio ABC“).

Der eigentliche Charme ist die Einfachheit, mit der das Radiohören schon mit dem vorinstallierten TuneIn möglich ist. So, wie man es schon immer kennt: Einschalten (in diesem Fall per Voice) und hören. Wobei es immer ein bisschen darauf ankommt, ob Alexa uns auch richtig verstanden hat.

Eine eindeutige Identifizierung
ist entscheidend

Und falsch verstehen geht ganz schnell. Wenn der Name des Radiosenders nicht eindeutig oder einmalig ist, tut sich Alexa schwer. Radio 1 zum Beispiel gibt es in Berlin und Coburg, außerdem bei der BBC in England und in der Schweiz. Oft behilft sich Alexa dann mit 1Live, oder man muss konkretisieren und „Radio 1 vom RBB“ sagen. In diesen Fällen hilft der Radioplayer oder radio.de nur bedingt, aber bei letzteren kann zumindest die Region bzw. der Ort eingegrenzt werden.

Eine eindeutige Identifizierung ist allerdings für die Radiosender wichtig. Vorhersagen belegen, dass der Trend zur Sprachsteuerung weiter deutlich zunehmen wird. Und egal, ob man Alexa, Siri oder Cortana steuert, der Name des Senders spielt die entscheidende Rolle, wenn der Hörer seinen Sender hören möchte. Das Einschalten muss klappen, sonst war’s das mit der Einfachheit. In Deutschland gibt es eine gute Basis von Hörern, die gerne ihr regionales oder lokales Programm einschalten. Die Erinnerung an den Sendernamen dürfte dabei gut funktionieren (die MA fragt auch auf Basis der Erinnerung, welche Sender der Hörer gehört hat). Der Sprachsteuerung sollte so nichts im Wege stehen.

Die Alternativen
sind gnadenlos

Die Alternative ist jedoch gnadenlos. Wenn es nicht klappt, einen Radiosender zu finden oder den richtigen einzuschalten, bietet Alexa eine ganze Fülle von eigenen „Radiosendern“ an. „Radiosender“ ist die Bezeichnung von gepflegten Playlists, die Alexa aktiv vorschlägt: Mit eingebautem Erfolgserlebnis, da die Musik von Amazon Music zugesteuert wird. Wenn man Mark Forster hören möchte, wird auch Mark Forster gespielt, je nach gebuchtem Angebot. Bei Spotify, das ebenfalls bei Alexa eingebunden ist, heißt dieser Service nur einfach „Radio“, wie auch bei iTunes. Vorteil des etablierten Radios: Hierbei handelt es sich im Moment noch ausschließlich um reine Musikteppiche. Das bedeutet aber, dass sich Radio heute verstärkt um seine Stärken kümmern muss: Storytelling, Höreransprache, eine emotionale Verbindung zum Hörer herstellen, Informationen einordnen, Haltung zeigen und die Musik spielen, die der Hörer hören mag, aber nicht in Konkurrenz zu Spotify 10 Titel am Stück, eine ungeordnete Information nach der anderen, Moderationen ohne Herz und viel nicht relevantes Gerede.

Hörverhalten und Radio-
angebot werden sich verändern

Alexa und Sprachsteuerung wird unser Hörverhalten und das Radioangebot mehr und mehr verändern:

  • Wenn der Musiktitel nicht gefällt, ist es einfach, einen anderen Sender einzuschalten: Das wird die Musikauswahl und Rotation beeinflussen.
  • Wenn ein Thema nicht gefällt, kann der Hörer sehr schnell weg- oder abschalten: Themen werden mehr auf den Hörer zugeschnitten (Relevanz).
  • Da mit Alexa auch der Zugang zu anderen Diensten unkompliziert möglich ist, muss eine emotionale Bindung zum Hörer hergestellt werden. Die Radioprogramme werden persönlicher (Hörernähe, Persönlichkeit; Anchor).
  • Es wird neue spannende Werbekonzepte geben (müssen), da das Wegschalten so einfach geht: Werbung wird spannender und neue Werbeformen werden entstehen.
  • Radiosender müssen auf allen Aggregatoren vertreten und eindeutig identifizierbar sein (und vor allem auch ein Logo zur Verfügung stellen).
  • Da die Geräte mit Sprachsteuerung zukünftig Monitore haben werden (siehe Echo Show oder Echo Spot), muss der Radiosender auch visuell denken.
  • Sprachsteuerung wird zunehmend auch ins Auto einziehen. Radio ist dort nur eine Funktion von Vielen: Hier gilt es, die Relevanz der Gattung Radio zu fördern.

Wie tickt der Hörer, der das Streamingangebot eines Senders nutzt.

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