Neue Erlösmodelle
für den digitalen Journalismus

Den Überblick behalten, politische Positionen abwägen können, Gegenpositionen kennen lernen: TheBuzzard.org.

TheBuzzard.org ist ein Start-up mit einem interessanten journalistischen Konzept. Die beiden Gründer Felix Friedrich und Dario Nassal haben auf der Transforming Media Konferenz in Nürnberg ihr Servicekonzept, das am 1. Oktober gelauncht wird, vorgestellt.

TheBuzzard.org bietet Radiosendern, Medienhäusern, Zeitungsverlagen, Redaktionen oder auch interessierten Personen mehrere Perspektiven zu politisch aktuellen Themen an. Ihr erklärtes Ziel ist es, Journalisten, Interessierten aber auch Politprofis einen Überblick in der aktuellen Nachrichtenflut anzubieten, um eine eigene Meinungsbildung zu erleichtern bzw. zu beschleunigen oder auch Gedanken außerhalb der eigenen „Info-Blase“ zu bekommen.

Der erste globale
Meinungsnavigator?

Ihre Idee ist es als „erster globaler Meinungsnavigator“ die politische Landschaft abzubilden, indem sie auf ganz unterschiedliche Quellen, auch abseits des Mainstreams, zurückgreifen. Recherchiert werden kontroverse Themen, wie beispielsweise „ist die Rente sicher“ oder „brauchen wir eine Einheitskrankenkasse“ aber auch „gibt es Gründe Assad zu unterstützen“ oder „bedingungsloses Grundeinkommen für Deutschland“.

In der momentanen Beta-Phase der Website sieht es in etwa so aus wie das frühere Zeitungs-Clipping, das dann zu einem Pressespiegel oder zu einem thematisch sortierten tagesaktuellen Überblick führt. Online ist diese Idee weitergedacht: Zu den Themen werden verschiedene Perspektiven in Form von Presseartikeln, Blogbeiträgen und wissenschaftlichen Artikeln gesammelt und nach pro und contra bewertet. Der Leser erhält so einen vorgefilterten Überblick und kann sich so den verschiedenen pro- und contra-Argumenten stellen. Transparenz wird dadurch hergestellt, indem auf den Autor und das veröffentlichende Organ hingewiesen wird.

Das Angebot klingt vielversprechend, zumal dies für viele tagesaktuell arbeitende Journalisten eine echte Zeitersparnis darstellt. Der Aufwand für eine Grundrecherche wird einem abgenommen. In der Beta-Version sind zwar die Perspektiven dargestellt, allerdings dürften die angebotenen Sichtweisen noch nicht eine umfassende Recherche ersetzen. Und: Eine geführte Einordnung erfolgt – bewusst – nicht.

Im Moment erscheint auch fraglich, nach welchem Muster recherchiert wird. Angekündigt wurde, dass Themenbereiche auch von Kunden vorgegeben werden können.

Das Start-up wurde von Felix Friedrich & Dario Nassal, zwei Politikwissenschaftlern gegründet. Das Team besteht aus insgesamt 7 Personen, weitere sollen folgen. Das junge Unternehmen wird vom Media Lab Bayern, VOCER und im Rahmen der Google Digital News Initiative von Google gefördert.

Am 1. Oktober wird es ernst. Jetzt muss sich das Unternehmen und der Service beweisen: TheBuzzard.org wird von der Beta-Phase in die Pro-Version überführt. Das Abo-Angebot wird auf monatlicher Basis angeboten: 10 Euro für Privatpersonen, 40 Euro für den journalistisch professionellen Bereich und Politik-Profis.

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