Podcast
„die Sendung zum Nachhören 2.0“

Der Podcast ist längst auch in Deutschland angekommen, nachdem er bereits in den USA für einige Unternehmen ein gewinnbringendes Geschäft geworden ist. Die Entwicklung hierzulande verlief im vergangenen halben Jahr rasant: Audio-Inhalte der Radiosender sind inzwischen dank ARD-Audiothek, AudioNow und einer besseren Auffindbarkeit innerhalb von Apples und Googles Podcast-Apps viel leichter zu finden. Auch wenn, wie es scheint, die meisten Hörer den gesuchten Podcast über die Homepage der Sender finden.

Es gibt natürlich immer noch die Sendungen zum Nachhören, die, ohne großartige Konfektionierung, als Rotlicht-Mitschnitt zur Verfügung gestellt werden. Es sind meist Spezialsendungen oder Stundensendungen zu einem Thema oder – laut verschiedener Rankings meistabgefragt: Nachrichten.

 

Und das Wichtigste: Es gibt Hörer! Immer mehr Hörer, die eine entsprechende Bereitschaft zeigen, Podcasts anzuhören:

 

Interessant auch, dass es in allen Altersgruppen deutlichen Zuwachs an Podcast-Hörern gibt, vor allem auch im Segment ab 30 Jahren.

Das Thema Podcast ist inzwischen auch aus der Nische herausgekommen. Das Angebot der ARD-Sender ist groß – Info- und Wissensformate dominieren in den Suchen. Das Gesamtangebot wird von immer mehr Marken und Markenartiklern ergänzt. Viele möchten beim Trend (oder ist es ein momentaner Hype?) dabei sein.
Was zudem  auffällt: Es gibt viele Verlage mit ihren Publikationen, die zusätzlich zu ihren Printprodukten auch gesprochene Inhalte anbieten.

Wenn man nun die verschiedenen Podcast – Angebote hört, wird man schnell erkennen, wer ein gutes und hörer-gerichtetes Konzept hat. Es ist schnell herauszuhören, wer es versteht, die Zuhörer direkt und natürlich anzusprechen, vielleicht sogar zu fesseln und wer nur einen geschriebenen Text verliest, was naturgemäß wenig spannend ist.

Einige Radiosender haben bereits erkannt, dass es eigentlich ein Leichtes ist, mit den Grundlagen, die das Radio bietet, die Hörer auch dann anzusprechen, wenn Sie eigentlich nicht Radio hören oder hören wollen.

An dieser Stelle sei betont: Podcasts werden meist in den Abendstunden konsumiert, dann, wenn die Hörerkurve im Radio sinkt.

Der Vorteil liegt eigentlich klar beim Radio: Im Vergleich der Radiopodcasts mit vielen anderen (auch etablierten Zeitungspodcasts), klingen die meisten Präsentatoren lockerer und verstehen den Zuhörer anzusprechen und mitzunehmen.
Gerade der Einstieg in den Podcast ist entscheidend: Vergleichen Sie einmal, wie lange es dauert, bis der ein oder andere Podcast endlich loslegt und wie wirr manche Präsentatorenpaare durch die Produktion stolpern. Das kann „Radio“ besser!

Entscheidend ist allerdings eine gute Podcastidee. Bestehende Sendungen als Podcast zur Verfügung zu stellen, funktioniert nur bei etablierten Special-Interest Sendungen (meist Interviewsendungen mit interessanten Gesprächspartnern, Wissensendungen oder Nachrichten). Das Problem ist oft die unpersönliche Produktion, die oft abgehackten Wort-Breaks, da die Musik herausgeschnitten werden muss. Hörvergnügen klingt anders.

Für das Genre Podcast produzierte Episoden klingen in der Regel viel persönlicher, da sie den Zuhörer direkter ansprechen können, auch ist die technische Produktion meist auf einem hohen Niveau. Man hört zudem den Spaß und die Motivation des Präsentators, der seine Zuhörer mitreißen kann. Es wird im Moment viel ausprobiert und nicht alles ist wirklich hörenswert.

Eine gute Podcastidee hängt immer am Moderator, bzw. am Präsentator des jeweiligen Podcasts. Und auch Moderatoren interessieren sich für Themen, die für die Hörer relevant oder zumindest spannend sein können. Die Goldgrube liegt in jedem Sender.

 

5 Gründe, warum ein Radiosender einen eigenen Podcast haben sollte:

  1. Es gibt immer mehr Podcasthörer, die sich durchaus für die Moderatoren und die Themen der Moderatoren und des Radiosenders interessieren. Podcasts werden eher abends gehört, dann, wenn die Radiokurve sinkt. Mit einem Podcast wird die Bindung zum Hörer verstärkt und die Hördauer entsprechend verlängert.
  2. Radiosender können Audio: Sie wissen, wie Hörer und damit auch Podcasthörer angesprochen werden können. Eine dramaturgischer Aufbau von Moderationen unterscheidet sich nur geringfügig vom Aufbau eines Podcasts. Es ist nicht schwer, aus der Menge der angebotenen Podcasts qualitativ herauszustechen.
  3. Die Konkurrenz schläft nicht: Es gibt immer mehr Podcasts von etablierten Medien, die eher im Printbereich zuhause sind. Die Themen sind ähnlich. Radiosender sollten ihnen nicht das Feld überlassen. Zumal es für Radiomoderatoren in der Regel leichter ist, einen Podcast zu entwickeln und zu präsentieren.
  4. Ein Podcast unterstützt das Image des Radiosenders und hilft, die Persönlichkeit der Moderatoren aufzubauen oder zu stützen.
  5. Für private Sender kann der Einstieg in den Podcastbereich auch ein neues Erlösgeschäft bedeuten. Neben der Vermarktung eigener Podcast kann der Sender auch als Dienstleister für eine Podcastproduktion auftreten.

 

Viele Sender behandeln das Thema Podcast noch stiefmütterlich – vielleicht getrieben von der Sorge das lineare Radioprogramm könne darunter leiden. Der Anteil an Podcasthörern steigt jedoch zunehmend und nur wer früh dabei ist, hat die Chance sich einen guten Platz in der Listung und Auffindbarkeit zu sichern.

Das beginnt oft schon auf der eigenen Website. Oft sind die Podcasts irgendwo versteckt und nicht leicht zu finden. Und On Air wird lediglich ein bis zweimal auf den Podcast hingewiesen. Dabei hat das Radio alle Chancen, mit einer guten Podcastidee die Hörer noch viel stärker an den Sender zu binden. Probieren Sie es einmal aus, einen Podcast zu produzieren ist nicht schwer.

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